Allgemeine Informationen

Kamprichter/in ist im Boxsport der Oberbegriff für die Punkt- und Ringrichter/innen. Um als Kampfrichter/in eingesetzt zu werden, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und eine Ausbildung erfolgreich absolviert haben.

Diese Ausbildung umfasst Theorie und Praxis, ist für Punkt- und Ringrichter/innen identisch und endet mit einer Prüfung. Zentral ist natürlich eine genaue Kenntnis des Regelwerks und ihre praktische und sichere Anwendung in der Tätigkeit als Punkt- und Ringrichter/in.

Die Ringrichter/innen leiten den Kampf im Ring. Sie sind für einen regelkonformen Kampf und die Sicherheit der Sportler/innen verantwortlich. Mit dem Ergebnis des Kampfes haben sie nur in den seltenen Fällen von K.O., Disqualifikation oder Abbruch wegen starker Überlegenheit zu tun.

Die Punktrichter/innen bewerten den Kampf im Ring. Da es nur sehr wenige K.O.s, Disqualifikationen oder Abbrüche gibt (in denen der/die Ringrichter/in entscheidet), liegt die Entscheidung eines Kampfes meist bei den 3 oder 5 eingesetzten Punktrichter/innen.

Die Ausbildung der Kampfrichter/innen im Deutschen Boxsport-Verband erfolgt in drei aufeinander folgenden Stufen:

  1. Kampfrichterlizenz lokal
  2. Kampfrichterlizenz national
  3. Kampfrichterlizenz international

Kampfrichter/innen haben – ähnlich wie Wettkämpfer/innen – ein Kampfrichterbuch, in dem eingetragen wird, wann und wo sie als Punkt- oder Ringrichter/in im Einsatz waren. Bei großen Turnieren wie z.B. die Deutschen Meisterschaften erfolgt auch eine Bewertung der Kampfrichterleistungen.

Die Tätigkeit als Kampfrichter/in ist ehrenamtlich. Auf Landes- und Bundesebene gibt es aber unterschiedliche Regelungen, wie Kampfrichter/innen ggf. ein Ersatz für entstandene Aufwendungen bezahlt wird. Als Anerkennung für ihre ehrenamtliche Arbeit haben Kampfrichter/innen unter Vorlage eines gültigen Kampfrichterbuches freien Eintritt bei Veranstaltungen im Bereich des Deutschen Boxsport-Verbandes.

Die lokale Kampfrichterlinz

Der Einstieg erfolgt mit der lokalen Kampfrichterlizenz. Die Ausbildung liegt hier in der Hand der einzelnen Landesverbände und wird i.d.R. vom zuständigen Kampfrichterobmann/obfrau des betreffenden Landesverbandes durchgeführt.

In der Praxis wird man zumeist zunächst als Punktrichter/in eingesetzt, um hier Erfahrung zu sammeln. Mit wachsender Erfahrung und bei entsprechendem Interesse kommt dann auch der Einsatz als Ringrichter/in infrage.

Die lokale Kampfrichterlizenz erlaubt den Einsatz bei Boxveranstaltungen des Landesverbandes, in dem die Ausbildung absolviert wurde. Ein Einsatz in anderen Landesverbänden des Deutschen Boxsportverbandes ist damit noch nicht möglich.