EM 2022: Nelvie Tiafack ist Europameister im Superschwergewicht

Vier Siege in Folge führen das Superschwergewicht des DBV nach ganz oben

Nelvie Tiafack ist der neue Europameister im Superschwergewicht

Mit sei­nem vier­ten Tur­nier­sieg in Fol­ge hat Nel­vie Tia­fack am Final­tag der Euro­pa­meis­ter­schaft (30. Mai) in der arme­ni­schen Haupt­stadt Jere­wan sei­ne Sil­ber­me­dail­le ver­gol­den kön­nen und ist somit neu­er amtie­ren­der Euro­pa­meis­ter im Super­schwer­ge­wicht (über 92 kg).

Der Schritt ganz nach oben auf das Sie­ger­po­dest gelang ihm im erfolg­rei­chen Ver­gleich mit dem Spa­ni­er Ayub Ghad­fa Dris­si El Ais­saoui. Zur Ent­schei­dung brauch­te es noch nicht ein­mal die vol­le Kampf­di­stanz von drei Run­den und neun Minu­ten, da die Ecke des Spa­ni­ers nach der zwei­ten Run­de auf­gab und der drit­te Durch­gang gar nicht mehr eröff­net wurde.

Nel­vie Tia­fack (blau) setzt sich im Final­kampf unge­fähr­det gegen den Spa­ni­er Spa­ni­er Ayub Ghad­fa Dris­si El Ais­saoui durch.

Nelvie Tiafack mit hoher Durchsetzungskraft

Nel­vie Tia­fack zeig­te sich von Beginn an angriffs­lus­tig, reak­ti­ons­schnell und beweg­lich sowie mit höhe­rer Schlag­kraft aus­ge­stat­tet als sein Kon­tra­hent in der roten Ecke. So war es nur fol­ge­rich­tig, dass er an der ers­ten Run­de den grö­ße­ren Anteil hat­te und den ers­ten Durch­gang mit 3:2 Punkt­rich­ter­stim­men für sich ent­schei­den konnte.

Die­se Über­le­gen­heit konn­te er in der zwei­ten Run­de noch aus­bau­en. So pass­te es ins Bild, dass sei­nem Geg­ner etwa 45 Sekun­den vor Run­den­en­de nach einer hart ein­schla­gen­den Rech­ten die Bei­ne weg­knick­ten und er ange­zählt wer­den muss­te. So recht erholt war der Spa­ni­er noch nicht, als knap­pe 20 Sekun­den spä­ter eine Schlag­se­rie den Ring­rich­ter zum zwei­ten Anzäh­len zwang.

Die zwei­te Run­den­pau­se schien den Spa­ni­er viel­leicht noch ret­ten und in den Kampf zurück­brin­gen zu kön­nen, doch offen­bar hat­ten die Tref­fer nach­drück­li­che Wir­kung hin­ter­las­sen. Die spa­ni­sche Ecke ent­schied sich jeden­falls, ihren Kämp­fer zu schüt­zen und warf vor dem Ende der Pau­se das Hand­tuch, so dass der fina­le Durch­gang gar nicht mehr eröff­net wurde.

Die Ent­schei­dung wur­de trotz des gewor­fe­nen Hand­tuchs am Ende nicht als Auf­ga­be, son­dern als RSC (Refe­ree stops Con­test) gewer­tet. Viel­leicht, weil eine Auf­ga­be wäh­rend der Run­den­pau­se for­mal nicht vor­ge­se­hen ist.

Team kehrt mit Gold und Bronze aus Armenien zurück

Das Team des Deut­schen Box­sport-Ver­ban­des war mit neun Ath­le­ten zur Euro­pa­meis­ter­schaft gereist. Sechs von ihnen erreich­ten das Vier­tel­fi­na­le, zwei das Halb­fi­na­le und einer das Fina­le. Auf der Rück­rei­se wiegt das Gepäck der Mann­schaft nun um zwei Medail­len schwe­rer: Mago­med Scha­chi­dov (Halb­mit­tel­ge­wicht von 67,001 bis 71,000 kg) hat­te eine Bron­ze­me­dail­le zu ver­stau­en und Nel­vie Tia­fack muss­te im Kof­fer Platz schaf­fen für die Goldmedaille.

Chef­trai­ner Eddie Bol­ger zieht eine Bilanz des Turniers:

Ich bin sehr zufrie­den mit den Leis­tun­gen des gan­zen Teams. Wir hät­ten sogar noch mehr Ath­le­ten auf dem Podi­um haben kön­nen. Das wäre ein noch fan­tas­ti­sche­res Ergeb­nis gewe­sen. Die bei­den Medail­len waren bzw. sind eine gro­ße Leis­tung und die Gold­me­dail­le von Nel­vie Tia­fack ist die Krö­nung. Auch für Mago­med Scha­chi­dov war es ein Wen­de­punkt in Bezug auf Glück und Selbst­ver­trau­en, bei einem gro­ßen Tur­nier auf dem Podi­um zu ste­hen. Die­se Ergeb­nis­se und Ent­wick­lun­gen sind das Ergeb­nis unse­res High Per­for­mance Pro­gramms mit vie­len inter­na­tio­na­len Tur­nier­teil­nah­men, das noch in den Anfän­gen steckt. Denn Erfah­rung kann man sich nicht kau­fen, son­dern man muss sie sich erar­bei­ten. Das Pro­gramm muss nun in die­ser Wei­se fort­ge­setzt werden.


Der Kampf in der Aufzeichnung: